Wie kommt die Jugendsynode zu ihren Themen?

Die Jugendsynode solle keine „Alibiveranstaltung“ werden, bei der sich Landessynodale und junge Menschen nett unterhielten, erklärte Landessynodale Miriam Lehberger, nachdem die Landessynode im Januar die Durchführung der Jugendsynode beschlossen hatte. Vielmehr solle die Jugendsynode der Auftakt eines Prozesses sein, „Partizipation von jungen Menschen in unseren kirchlichen Strukturen zu ermöglichen und unsere Kirche zukunftsfähig zu machen“.

Darum hat die Arbeitsgruppe, die auf dem Weg zur Jugendsynode alles Nötige vorbereitet, überlegt, wie sie junge Menschen an der Themenfindung beteiligen kann. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe werden dazu Jugendgruppen, Schulklassen und Studierendengemeinden ansprechen. Teilweise werden sie persönlich vorbei kommen, manchmal werden sie sich schriftlich melden. Sie wollen dabei Jugendliche und junge Erwachsene nach Themen fragen, die aus ihrer Sicht derzeit so wichtig sind, um sie auf oberster Ebene zu besprechen.

Gefragt sind auch die Delegierten, die von den Kirchenkreisen und der Evangelischen Jugend im Rheinland nominiert werden. Auch Sie sollen bereits auf dem Weg zur Jugendsynode thematische Impulse einbringen und die Synode vorbereiten. Die Arbeitsgruppe wird die Themen sammeln und bündeln, damit eine Tagesordnung entsteht, in der sich möglichst viele wiederfinden, die aber auch in der knappen Zeit zu beraten ist.

Darüber hinaus wird die Jugendsynode Themen verhandeln, die die anschließende Landessynode beschäftigen. Die Ergebnisse der Jugendsynode zu diesen Themen werden dann in die Beratungen der Landeskirche aufgenommen.

Schreibe in die Kommentare, wenn du Themen hast, die auf der Jugendsynode beraten werden sollen!

12 Gedanken zu “Wie kommt die Jugendsynode zu ihren Themen?

  1. Liebe Verantwortliche, Danke für die eröffneten Möglichkeiten.
    Mit Beobachtungen aus Gremienarbeit und kirchlicher Umwelt halte ich Folgendes für relevant:

    Realistische Klärungen vorab sind notwendig:
    Welche Kompetenzen werden der Jugendsynode eingeräumt?
    Wo beginnt und endet die Zuständigkeit der Jugendsynode?
    Wer sind die Adressaten der Entscheidungen der Jugendsynode?
    Für wen sind die Entscheidungen der Jugendsynode verbindlich?
    Wer übernimmt die Verantwortung für die Durchsetzung der Entscheidungen?
    Wer übernimmt die Verantwortung für die Kommunikation über Scheitern oder gelungene Annahme in übergeordneten Instanzen?

    Themenvorschläge:
    Wie bin ich in der Lage, eigenständig Christ*in zu sein?
    Fehlt mir etwas? Benötige ich etwas oder jemanden?

    Was sind Zielvorstellung der evangelischen Jugend für die Zukunft der EKiR bis 2025, 2030 oder 2050? (bspw. anhand von Kategorien: systemisch, partizipatorisch, evangelisch, rheinisch, diakonisch, praktisch, u. v. m.)
    Zielvorschlag: Wie erreichen wir das Ziel, eine Kirche mit inklusiver Partizipation, auch in Prozessen der Entscheidungsfindung, zu werden?

    Welche Leitwerte und -handlungen haben Priorität für die evangelische Jugend der EKiR?
    (bspw. Werte wie Geschlechtergerechtigkeit und ein Schutzsystem zur Vorbeugung von Missbrauch, Altersgerechtigkeit, Diakonie vor Verkündigung, solidarische vor gottesdienstlichen Handlungen, u. v. m. )

    Gruß.

    1. Jan Ehlert

      Hallo und vielen Dank für deine Impulse.
      Deine Themenvorschläge wird die Arbeitsgruppe mit in die weitere Planung der Jugendsynode nehmen.

      Verstehe ich dich richtig, dass deine letzte Frage weniger in Richtung Jugendsynode als vielmehr eine Frage an die Evangelische Jugend im Rheinland ist, welche Fragen und Themen sie für sich in der kommenden Zeit bearbeiten will?

      Mit deinen Anregungen zur Klärung vorab stellst du auf jeden Fall die richtigen Fragen, die auch schon die Arbeitsgruppe beschäftigt hat und eigentlich schon seit dem Aufkommen der Idee einer Jugendsynode diskutiert und auch beantwortet werden. Ein Teil der Ergebnisse auf deine Fragen findest du in dem Artikel „Was ist die Jugendsynode?“. Klar ist, die Jugendsynode ist ein Gremium, das von der Kirchenordnung nicht vorgesehen ist. Andererseits will keiner, dass sich viele Leute große Arbeit machen, die danach verpufft. Darum besteht die Hälfte der Jugendsynode aus Menschen, die auch Teil der Landessynode sind, sodass alle Ergebnisse der Jugendsynode dann auf die Tagesordnung der Landesynode kommen und dort auch eine synodale und ggf. kirchenrechtliche Verbindlichkeit erlangen. Es geht also darum der Jugendsynode möglichst große Kompetenzen beim Setzen von Themen einzuräumen.

  2. Ich fände es wesentlich, wenn es um sachliche Inhalte und konkrete Maßnahmen ginge, mit denen man (und am besten: jedeR vor Ort) etwas anfangen kann. Bisher liest und hört man viel von großen Stellungnahmen: Rolle der Jugend, Selbstverständnis etc.

    Ich würde eine Nummer kleiner anfangen und konkreter rangehen: Digitalisierung, Nachhaltigkeit z.B. sind konkrete Themen, die die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen bestimmen, aber auch in der Jugendarbeit (unter JugendleiterInnen und MultiplikatorInnen) große Themen sind. Leider sind das immer noch Themen, die stiefmütterlich behandelt werden (trotz guten Bemühungen des Öffentlichkeitsreferats während der Landessynode). Was bedeutet Digitalisierung eigentlich, was sind konkrete Ansätze, die man fahren kann/darf/sollte? Was gibt es für Tools, die man nutzen könnte oder schon genutzt werden)? Und: Ist es ausreichend What’s App zu verteufeln oder sollte man da eher schauen, wie man die Bedürfnisse anderweitig befriedigt. Was gäbe es für Konzepte?
    Bzgl. Nachhaltigkeit: Was sind konkrete Felder, an denen man arbeiten sollte? Was sind Leitlinien und in welchen Bereichen ?
    An beidem könnte man gut gemeinsam arbeiten und etwas erarbeiten.

    Eine andere Sache wäre die Frage nach dem Kirchlichen Unterricht. Ist der noch zeitgemäß, so wie er ist? Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass junge Menschen bei der Kirche bleiben, nicht wegen den KU-Inhalten, sondern nur, wenn nebenher gute Jugendarbeit läuft. Kann man das miteinander kombinieren? Sowas fände ich interessant zu diskutieren. Was denken die Menschen aus der Jugendarbeit, was die Synodalen?

  3. Die Themen wurden mit Hilfe von zwei Themenblöcken bei einer Gremiumssitzung der „evangelischen jugend düsseldorf“ gesammelt. Dafür wurden Mindmaps genutzt. Die Ergebnisse wurde hier versucht etwas zu ordnen und in Textform zu bringen:

    1. Themenblock: Jugend, Ehrenamt, Politik, Zukunft und Kirche
    • Wie kann Ehrenamt mehr wertgeschätzt werden? (Schule, Beruf, usw.)
    o Vermerk auf dem Zeugnis
    o Ein Ehrenamt anstelle eines Unterrichtsfachs?
    • Wie möchte sich die Landeskirche dafür einsetzen, dass die Jugend von morgen noch eine Welt hat, in der sie gut leben kann?
    • Muss man etwas an der Ausbildung der Pfarrer ändern?  z.B. für lockerere Predigten
    • Wie muss die Kirche sich verändern um für Jugendliche interessant zu bleiben?
    o Wie kann man sich in der Kirche wohlfühlen?
    o Wie kann alternativer Gottesdienst aussehen?
     Jugendgemäße Formen
     Mehr Mitgestaltung von Jugendlichen
     z.B. wie bei freien Kirchen
    • Kann man mehr mit anderen Religionen zusammen machen?
    • Mehr Konzerte in Kirchen?
    • Wird weltliches Ehrenamt (Sport, usw.) anders wertgeschätzt, als kirchliches Ehrenamt? Sollte es so sein?
    • Wie kann die Kirche aktuell bleiben?
    • Wie kann Politik attraktiver gestaltet werden?
    • Wie können Ehrenämter attraktiver gestaltet werden?
    • Wie kann die Kirche online präsenter werden?
    • Wie können Jugend, Politik, Zukunft, Kirche und Ehrenamt besser/ intensiver mit Social Media umgehen?
    • Wie kann Lokalpolitik im Unterricht besser aufgegriffen werden?
    • Wie kann Politik verständlicher und transparenter werden? (besonders auch für Jugendliche)
    • Wie kann die Verträglichkeit von Ehrenamt und Ausbildung/ Job gewährleistet werden?
    • Wie können die Jugendliche (bis 27) oder jugendpolitische Themen in politischen Gremien präsenter sein?
    • Können an Schulen mehr Berufsmessen angeboten werden?
    • Wie kann das Ehrenamt weiter gestärkt werden?
    o Bessere Absprache mit Schulen usw.
    o Mehr Infos an Schulen über Möglichkeiten des Engagements
    o Zeitliche Ressourcen im Blick behalten

    Themen, die bei der Themenfindung nicht konkretisiert wurden bzw. nicht in eine Frage formuliert werden können:
    • Finanzen
    • Umweltschutz
    • Nachhaltigkeit
    • Junge Gemeinde

    2. Themenblock: Jugendarbeit und Beruf, und Konfi, und Schule
    • Wie kann zeitgemäßer und interessanter Konfirmandenunterricht gewährleistet werden?
    • Wie können Möglichkeiten geschaffen werden, dass Träger sich in Schulen vorstellen können?
    o Z.B. durch Werbung für Sozialpraktikant/innen
    • Ist es Aufgabe der Pfarrer, aus den Konfirmanden Nachwuchs für die Jugendarbeit zu finden?
    • Ist eine bessere Zeitabsprache zwischen Jugendarbeit, Konfirmanden und Schule möglich?
    • Gibt es ein gemeinsames Konzept zwischen Jugendarbeit und Konfrmandenarbeit?
    o Z.B. zur Gewinnung von Ehrenamtlichen
    • Können weitere Vergünstigungen für Ehrenamtler/ Juleica Besitzer geschaffen werden?
    o Z.B. Deals mit der Verkehrbetrieben, dassbei Jugendgruppen ein Betreuer kostenlos fahren darf
    • Wie kann gewährleistet werden, dass Arbeitnehmer, die sich engagieren, Flexibilität von ihren Arbeitgebern zugestanden bekommen?
    o Z.B. bei Arbeitszeiten
    o Urlaub für Jugendfahrten oder andere größere Events am Wochenende, die freitags starten
    • Ist die Idee, der NRW Landesregierung, Steuernachlässe für Ehrenamtler einzuführen realisierbar und unterstützbar?
    o Kirchensteuererlässe für kirchliche Ehrenämter?
    • Wie kann Jugendarbeit andere Milieus erreichen?
    • Was ist guter Konfiunterricht?
    o Wie kann guter/motivierender Konfirmandenunterricht gewährleistet werden?
    • Machen viele Leute ihr Ehrenamt zum Beruf?
    o Kann das gefördert werden?
    o Wie wird der Übergang gestaltet?
    • Kann die Jugendarbeit bei bestimmten Projekten mit Schulen kooperieren? Kann das gefördert werden?

    Themen, die bei der Themenfindung nicht konkretisiert wurden bzw. nicht in eine Frage formuliert werden können:
    • Eine Studie besagt, dass das optimale Alter um Ehrenamtler anzuwerben das Konfirmandenalter ist.
    • Räume erhalten (bei JA und Schule)
    • Leerstehende Räume zur Verfügung stellen

    1. Jan Ehlert

      Hallo und vielen Dank für die vielfältigen und spannenden Themenideen. Ich werde Deine bzw. Eure Vorschläge mit in die Arbeitsgruppe nehmen. Herzliche Grüße an alle, die daran mitgearbeitet haben.

  4. Themenvorschlag aus dem Ausschuss IÖJA der EJiR: Vielfältig dialogische Öffnung von Kirche und Evangelischer Jugendarbeit:
    Gemeinsam könnte sich die Landessynode mit der Frage der Einladenden Gemeinde auseinandersetzen.
    Wer ist eingeladen, wer ist ausgeladen und wer ist nicht im Blick?
    Was bedeutet Inklusion in Bezug auf Mitbestimmung und Mitgestaltung der Gemeindearbeit und der Jugendarbeit in der Gemeinde in Bezug auf Vielfalt und Unterschiedlichkeit? Welche Konzeptionen gibt es dazu und wie wird diese umgesetzt?
    Wie hindern Strukturen, Einstellungen und Haltungen Partizipation von nicht-evangelischen, nicht-christlichen, areligiösen Menschen, von Menschen mit einem bestimmten sozialen, materiellen Hintergrund, von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer Sexualität, von Menschen, die sich mit seelisch, geistigen oder körperlichen Barrieren konfrontiert sehen

  5. Klasse mit der Jugendsynode! Mich würde interessieren, inwieweit die Jugendkirchen und Jugendgemeinden der EKiR miteingebunden werden. Inwieweit sind neue Gemeindeformen für Jugendliche Thema auf der Jugendsynode? grade auch im Rahmen des neuen Erprobungsgesetzes. Wie können Jugendgemeinden von der EKiR besser unterstützt werden – finanziell, mit Pfarrstellen etc?

    Wie können Gemeinden ermutigt werden, mehr in Jugendliche zu investieren?
    Wie können Jugendliche in die Leitungsstrukturen der EKiR mehr eingebunden werden – für mich würde dazugehören, die Zahl der Jugenddelegierten auf der regulären Synode signifikant zu erhöhen (+Stimmrecht für alle).
    So toll ich die Jugendsynode auch finde, frage ich mich such ein bisschen, warum es eine gesonderte Jugendsynode braucht und man nicht einfach Jugendliche in der regulären Synode stärker einbindet (plus andere „Minderheiten“. Oder es bräuchte so eine Jugendsynode regelmässig jedes Jahr.

    Wie kann guter Konfi-Unterricht aussehen? Wie können Gemeinden ermutigt werden, Jugendlichen mehr zuzutrauen, als sie nur die Fürbitten im Gottesdienst vorlesen zu lassen?

    Wie können gute Jugendgottesdienste gefördert werden?
    Wie schafft Kirche es, dass Jugendliche christluchen Glauben als relevant für ihr Leben entdecken?

    Wie können junge Leute auch in Presbyterien und Kreissynoden mehr gehört werden?

    Und ich würde mir ein bisschen mehr Transparenz wünschen, wer zur Jugendsynode eingeladen wird und warum.

    1. Jan Ehlert

      Vielen Dank für Deine Fragen zur Jugendsynode und all die Themenvorschläge, die sich damit verbinden. All das geht in die Beratungen der Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Jugendsynode ein.

      Du hast dir auch Transparenz in Bezug auf die Besetzung der Jugenddsynode gewünscht. Eine erste Antwort zur Zusammensetzung haben wir im Artikel „Was ist die Jiugendsynode?“ (https://jugendsynode.ekir.de/2018/02/20/was-ist-die-jugendsynode/) zusammengestellt. Viele Delegierte aus den Kirchenkreisen wurden bereits benannt. Gerade sind wir dabei, Infos zu den Personen zusammenzutragen, um sie hier im Blog vorzustellen. So haben alle bereits vorab die Chance Kontakt mit ihrer Delegierten oder ihrem Delegierten aufzunehmen.

  6. Im Auftrag der PG Hambacher Forst der EJIR schlage ich das Thema Hambacher Forst vor – wen wundert es? ;D
    Die PG würde gerne ins Gespräch kommen über die unterschiedlichen Dimensionen des Themas.

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